Was ist Glaskorrosion?
Glas ist heute ein unverzichtbarer Werkstoff im täglichen Leben, in der industriellen Produktion sowie in Wissenschaft und Technik. In den Augen der meisten Menschen ist Glas ein sehr stabiles Material, das nicht so leicht korrodiert.
Wenn Sie jedoch den Spiegel in Ihrem Schlafzimmer oder das Glas an Ihren Fenstern genau betrachten, stellen Sie möglicherweise fest, dass nach längerem Gebrauch weiße Schleier oder weiße Flecken auf der Glasoberfläche entstehen können. Auch nach Besprühen mit Wasser und Abwischen lassen sie sich nicht entfernen.
Diese weißen Schleier und weißen Flecken sind kein Staub. Es handelt sich um Produkte, die nach Glaskorrosion entstehen. Dieses Phänomen wird üblicherweise „Glasverwitterung“ oder „Glaskorrosion“ genannt.

Wie entsteht Glaskorrosion?
Während des Übergangs vom Frühling zum Sommer steigen Temperatur und Luftfeuchtigkeit allmählich an, was die Gefahr von Glaskorrosion erheblich erhöht. Bei Baufenstergläsern, die längere Zeit der Luft ausgesetzt sind, lässt sich der Korrosionsprozess üblicherweise in die folgenden vier Phasen einteilen:
Stufe 1: Formular für Oberflächenablagerungen
Feuchtigkeit, Kohlendioxid, Staub und andere Stoffe in der Luft können sich an der Glasoberfläche festsetzen und eine Ablagerungsschicht bilden. In diesem Stadium sind die Ablagerungen sehr leicht und können in der Regel mit Wasser gereinigt werden.
Stufe 2: Die Oberfläche beginnt sich zu verändern
Wenn das Glas längere Zeit in einer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit (relative Luftfeuchtigkeit über 60 %) bleibt, werden die Oberflächenablagerungen allmählich dicker (ca. 1 μm). Zu diesem Zeitpunkt beginnt sich Wasser bzw. Feuchtigkeit im Glas auszubreiten und die Glasbestandteile unterliegen einer Hydrolyse, was zu Verfärbungen an der Oberfläche führt. Allerdings kann das Glas zu diesem Zeitpunkt noch mit Wasser gereinigt werden.
Stufe 3: Das Glas beginnt deutlich zu korrodieren
Nachdem sich auf der Glasoberfläche eine Ablagerungsschicht gebildet hat und das Glas in einer feuchten Umgebung verbleibt, sammeln sich einige Bestandteile im Glas, wie z. B. Alkalimetalle und Erdalkalimetalle, weiterhin an und scheiden sich ab. Die lösliche Silikatstruktur an der Oberfläche wird nach und nach beschädigt.
In diesem Stadium können sich an manchen Stellen stark siliziumhaltige Substanzen bilden, die wie Wasserflecken aussehen. Bei leichter Korrosion kann zur Reinigung Essig verwendet werden. Wenn die Korrosion schwerwiegend ist, ist Flusssäure erforderlich, um sie effektiv zu entfernen.
Stufe 4: Es treten weißer Dunst und weiße Flecken auf
Im Endstadium wird die Glasoberfläche sehr rau und an einigen Stellen kann es sogar zu starker Korrosion kommen. Dies liegt daran, dass Natriumionen im Glas aus dem Grundmaterial austreten und mit Stoffen in der Luft reagieren, wodurch weiße alkalische Stoffe entstehen. Diese Substanzen sind der weiße Schleier und die weißen Flecken, die wir sehen.
In diesem Stadium kann selbst Flusssäure das Glas nicht effektiv reinigen.
Warum werden Spiegel mit der Zeit unschärfer?
Ein typisches Beispiel im täglichen Leben ist ein Spiegel. Viele Menschen stellen fest, dass der Spiegel umso verschwommener wird, je länger er verwendet wird.
Tatsächlich liegt dies daran, dass die Spiegeloberfläche korrodiert ist und mit der Zeit rauer wird. Wenn Licht auf eine raue Oberfläche fällt, wird ein Teil des Lichts diffus reflektiert, was die Bildschärfe verringert. Dadurch wirkt der Spiegel immer verschwommener.
Ab dem ersten Stadium der Glaskorrosion können wir erkennen, dass das regelmäßige Abwischen des Spiegels mit klarem Wasser und das Sauberhalten und Trocknen der Oberfläche die Korrosion wirksam verlangsamen und die Lebensdauer des Spiegels verlängern kann.
Neben weißem Schleier und weißen Flecken kann Glas auch Regenbogenflecken entwickeln
Neben weißem Schleier und weißen Flecken kann Glaskorrosion auch Regenbogenflecken verursachen. Ihre Ursachen sind komplizierter und lassen sich hauptsächlich in zwei Typen einteilen:
1. Während der Produktion entstandene Regenbogenflecken (Stressflecken)
Da die inneren Spannungen im Inneren des Glases ungleichmäßig verteilt sind, interferiert das einfallende Licht mit sich selbst und bildet regenbogenartige Muster. Dieses Phänomen lässt sich derzeit nicht vollständig vermeiden.
2. Während des Gebrauchs bilden sich Regenbogenflecken
Wenn das Glas längere Zeit der Luftfeuchtigkeit oder anderen chemischen Substanzen ausgesetzt ist, können auch Regenbogenflecken auftreten.
Auch Glaskorrosion kann eine Verarbeitungsmethode sein
Obwohl Glaskorrosion im täglichen Gebrauch zu Problemen führen kann, handelt es sich tatsächlich um eine sehr nützliche Bearbeitungsmethode in der Glasindustrie.
Neben dem direkten Schnitzen kann Glas auch mit einem Ätzmittel – Flusssäure (HF) – geätzt werden. Dabei wird die Glasoberfläche zunächst mit einer in Benzin gelösten Paraffinlösung als Schutzschicht beschichtet. Anschließend werden die gewünschten Wörter oder Muster in die ausgehärtete Paraffinschicht eingraviert, sodass die Kratzer die Glasoberfläche freilegen.
Anschließend wird Flusssäure auf die Wörter oder Muster getropft. Durch Steuerung der Ätzzeit kann die Tiefe der Muster angepasst werden. Abschließend werden das Paraffin und die Flusssäure mit warmem Wasser abgewaschen, um dekoratives gemustertes Glas zu erhalten.
Hinweis: Es wird nicht empfohlen, dies selbst zu tun. Flusssäure ist stark ätzend und gefährlich und muss von Fachleuten unter sicheren Bedingungen gehandhabt werden.
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